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[Beitrag] „Das Jahr des offenen Mikrotext-Verlags“

Zum vergangenen Indiebookday 2020 habe ich euch eine kleine Auswahl an empfehlenswerter Literatur und interessanten Indie-Verlagen vorgestellt. Bei meiner Recherche für diese Liste stieß ich auf den Mikrotext Verlag, der mir bis dahin leider unbekannt war. Doch dieser unabhängige Verlag kann nicht nur mit einem abwechslungreichen Programm überzeugen, sondern hat darüber hinaus noch eine weitere coole Sache zu bieten: „Das Jahr des offenen Verlags“ nennt sich ein Projekt, das der Mikrotext Verlag im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat. Eine richtig tolle Sache!

Mikrotext Verlag

Wer kennt das nicht? Das Verlagsprogramm bestimmt der Verleger. Klar, folgt auch dieser äußeren Einflüssen, doch letztendlich verfolgt jeder Mensch doch seine eigene Linie, nicht wahr? Gegen diese gerade Linie wollte der Mikrotext Verlag etwas unternehmen und startete vergangenes Jahr sein Projekt. Hierbei rief er Menschen auf, sich mit ihrer eigenen Idee fürs Verlagsprogramm 2020 zu melden. Welche Publikationen bedarf es der Meinung der Leser nach? Für ein Jahr lang darf die Zielgruppe mit entscheiden, welche Themen behandelt werden.

Vor wenigen Tagen gab es von Seiten des Verlags Neuigkeiten zu den mittlerweile geplanten Büchern. Im Verlagsprogramm für 2020 finden sich gleich fünf spannende Beiträge wieder, die mit Hilfe des Mikrotext Verlags in die Tat umgesetzt werden. Aber auch ihr könnt helfen! Denn für die Bücher, die nicht nur als eBook, sondern auch als Print verlegt werden sollen, wird es Crowdfunding-Aktionen geben. Wollt ihr also eins der gleich vorgestellten Projekte und die „Jung-Verleger“ unterstützen, könnt ihr euch auf der Homepage des Verlags für den Newsletter eintragen und so nichts verpassen.


Michaela Maria Müller verlegt Ende März das klimafreundliche Kochbuch Kochen mit Zukunft voller guter Ideen für jede Jahreszeit und persönlicher Statements von Menschen, die schon nachhaltig kochen. Dank eines Crowdfunding wird die Rezeptesammlung nicht nur als E-Book, sondern auch als Ringbuch erscheinen. 

Im Mai/Juni soll der Titel Dear Discrimination, this is your end! von Laura Hofmann erscheinen. Darin enthalten sind über 10 Kapitel, die sich an privilegierte Menschen richten, ihren Status zu überdenken und ihre Rassismen (oft auch unbewusste) anzuerkennen und zu beenden. Das Buch ist weder Roman noch Sachbuch, es ist eine Art Essaybuch zum Mitmachen und Mit-Denken.

Tabea Steiner nutzte die Chance als Gastverlegerin um die Erzählungen der Schweizer Autorin Anaïs Meier zu verlegen. Die Textsammlung Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken soll im Juli erscheinen und ihr könnt sie dann perfekt als Ferienlektüre verschlingen.

Gemeinsam mit den Herausgeberinnen der österreichischen Literaturzeitung Mischen sucht der Mikrotext Verlag noch bis Ende März eure Texte im Bereich neueste Prosa (erzählerische oder essayistische) zum Klimawandel. Den Open Call findet ihr hier. Der von der Jury ausgewählte Text erhält anschließend einen Verlagsvertrag für das Herbstprogramm im Mikrotext Verlag.

Kerstin Grether und Sandra Grether sind die Band Doctorella, aber auch feministische Aktivistinnen für Musikerinnen im „Betrieb“. In der Kantine am Berghain veranstalten sie die Reihe Ich brauche eine Genie. Unter dem gleichnamigen Titel geben sie im November eine Sammlung von Texten deutschsprachiger Musikerinnen heraus. Ein feminstisches, poetisches Songbook!


Da ist quasi für jeden Geschmack etwas dabei, oder? Dass diese fünf spannenden Bücher verlegt werden können, zeigen meiner Meinung nach sehr schön den Erfolg dieser Aktion. Andere Verlage, insbesondere die größeren Publikumsverlage könnten ein derartiges „offenes Verlagsjahr“ ebenfalls einmal ausprobieren.

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