[Kolumne] Gewitter und Buch – Die Kombi macht’s!

Ausgangssituation

In den vergangenen zwei bis drei Wochen zogen häufiger schwere Unwetter über Deutschland. Desöfteren wurden offizielle Warnungen vor einem Gewitter an die Bevölkerung ausgesprochen. Das heiße Wetter sorgt für die Häufigkeit dieses Naturphänomens. Schon seit etlichen Jahren bin ich fasziniert von Blitz und Donner. Sie verursachen ein ambivalentes Gefühl von Macht und Furcht. Sie sind eindrucksvoll und Angst einflößend zugleich. Je nach persönlicher Einstellung und räumlichen Gegebenheiten, kann eine der beiden Seiten überhand nehmen. Vergangene Woche zum Beispiel besuchte ich das Festival Rock am Ring. Wie einige von euch bestimmt mitbekommen haben, zog am Abend vor den ersten Konzerten ein schweres Unwetter über unsere Campingplätze hinweg. So ganz ohne feste Mauern um einen herum wurde das Wetter schnell zu einer großen Zitterpartie. An entspannen war mitten in der Nacht nicht zu denken. Dabei war ich sonst ein kleiner Fan von Gewittern, eben weil sie mich so faszinieren und auf verquere Art beruhigen konnten.

Gewitter=Leselust

Nicht selten ergreift mich während eines Gewitters die Lust auf ein gutes Buch. In mein Bett eingekuschelt, das Licht gedimmt, lässt es sich besonders gemütlich lesen. Bekräftigt wurde dieses Unterfangen oft durch die Tatsache, dass bei Gewittern andere Medien wegfallen können. So zum Beispiel der Fernseher, der durch das sich über uns befindliche Gewitter keine Sender mehr empfing. Außerdem wurde mir früher immer eingetrichtert bei starkem Unwetter so gut es geht alle Geräte vom Strom zu nehmen. Dazu gehörten dann zum Beispiel auch der CD-Player/das Radio. Da liegt der Griff zum gedruckten Buch doch quasi auf der Hand, nicht wahr?

Viele unter uns Bücherliebhabern schwärmen immer vom Lesen bei Regen. Das beruhigende tröpfeln auf die Dächer der Welt ergeben eine entspannende Atmosphäre. Das ganze gerne bei geöffnetem Fenster, um zusätzlich die frische Regenluft einatmen zu können. Wenn nun aber noch lautes Donnern und helle Lichtblitze hinzukommen, ist für viele der Spaß auch schon wieder vorbei. Konzentration ist quasi nicht vorhanden. Zumindest geht es einigen unter uns so. Während in solchen Momenten in anderen Häusern Bücher zur Seite gelegt werden, nehme ich eins in die Hand. Frische Energie durchfährt mich mit jedem weiteren Blitz. Das Grollen sorgt besonders bei gruseligen Büchern für eine tolle Hintergrunduntermalung.

Wo andere oft anfangen sich zurückzuziehen, springe ich mit Faszination auf und ziehe Kraft aus Naturphänomenen. Häufig verhält es sich so auch mit dem Vollmond. Wenn andere unruhiger schlafen, ziehe ich in diesen Nächten Energie aus der Natur.

Dem Gewitter entfliehen

Gleichzeitig ist es ja auch so, dass man das Lesen als eine Art Therapie bei Ängsten vor Gewittern anwenden könnte. Bevor ein starkes Unwetter aufzieht, sollte man mal versuchen sich in ein Buch zu vertiefen. Zieht nun das Gewitter auf, so kann es schnell passieren, dass man derart in ein Buch vertieft ist, dass man den Großteil eines Unwetters nicht mitbekommt und seelenruhig ignorieren kann. Schon oft ging es mir selbst so. Am Ende einer Lesephase blickte ich auf und erkannte da erst was in meiner Umwelt in den letzten Minuten oder gar Stunden vor sich gegangen war. Plötzlich nasse Fenster, die vor dem Lesen noch trocken waren, sind bei mir keine Seltenheit.

Eure Meinung ist gefragt!

Was haltet ihr von Gewittern? Könnt ihr bei Gewitter lesen oder stört euch das Grollen und Blitzen zu sehr? Und wie sieht es bei “nur Regen” aus? Gefällt es euch, beim Prasseln des Regens auf unsere Dächer in ein Buch zu entschwinden?

12 Antworten auf „[Kolumne] Gewitter und Buch – Die Kombi macht’s!“

  1. Wenn ich in geschlossenen Räumen bin und es zum Beispiel ein kühlendes Sommergewitter ist, hat das für mich auch immer etwas Gemütliches.
    Was ich dagegen nicht so toll finde ist, wenn das ganz überraschend kommt und es ganz unberechenbar wird. Vor einigen Jahren war ich nach einer Wattwanderung auf Neuwerk. Wir standen oben auf dem Deich und innerhalb von wenigen Sekunden rollte ein Gewitter inklusive Sturm auf uns zu… wenn dann Sachen durch die Gegend fliegen… hui 😀
    Ansonsten kann ich dein Gefühl aber absolut nachvollziehen!
    Ganz liebe Grüße

    1. Oh je, da hätte ich echt Schiss (‘Tschuldigung für den Ausdruck) gehabt! 😀 Wenn Sachen durch die Gegend fliegen ist das echt keine schöne Sache oder wenn Keller voll laufen. Das ist immer eine nervige Angelegenheit. Zum Glück haben wir einen bombenfesten Keller, da kommt einfach (zum Glück) nie Wasser rein 😀

      Heute war/ist das Gewitter eher ein ruhiges. Hauptsächlich viel Regen (und selbst das nur Phasenweise) und eben immer wieder mal eine Zeit lang grollen und blitze.
      Nach einem heftigen Schauer hat es gerade wieder aufgehört zu regnen und man hört dafür ein leises grollen in der Ferne (:

      Schön, dass ich nicht allein mit diesem Gefühl bin und vielen Dank für deinen Kommentar, lieber Gruß
      Annika

  2. Oh, ich liebe Gewitter auch <3 Zum Lesen oder Schreiben komme ich trotzdem nicht, weil ich dem Gewitter zusehen muss ^^
    Regen mag ich auch total gerne, ich liebe aber auch den Duft vor und nach dem Regen, der dann in der Luft liegt, und fange dann immer an zu lächeln, wenn ich den Regen schon erschnüffeln kann und weiß, bald ist es soweit.
    Allerdings mag ich Regen nicht, wenn ich irgendwo hin muss. Zur Uni zum Beispiel. Und wenn es dann noch so doll stürmt, dass ich meinen Regenschirm nicht aufmachen kann. Erst diesen Winter habe ich endlich seit Jahren wasserfeste Schuhe gekauft (weiß man ja vorher nie, eigentlich sollten ja alle Winterschuhe wasserdicht sein!!). Ich mag es nicht den ganzen Tag mit nassen und kalten Füßen in der Uni zu sitzen. Wer nimmt denn schon Ersatzklamotten mit?!
    Aber ich gehe auch gerne mal im Regen joggen, wenn mir danach ist oder laufe einfach so draußen rum, lass mich richtig schön vollregnen und genieße danach eine warme Dusche und eine dampfende Tasse Tee 😉
    Wie du siehst, es kommt immer auf die Situation an, aber generell mag ich Regen. Wenns auch nicht zu stark ist, dann fahre ich sogar lieber im Regen Auto als mit Sonnenschein — blendet nicht so 😀
    Liebe Grüße, Tinka

    1. Ja, ich finde Gewitter sind solche Sachen, die man hervorragend beobachten kann, weil sie einfach total interessant sind!
      Oohja! An den Duft hatte ich gerade gar nicht gedacht, aber der ist wirklich wundervoll. Ich finde, dass riecht auch immer ein bisschen nach Frühling 😀
      Und da ich noch zur Schule gehe, kann ich dein Problem mit der Uni sehr gut nachvollziehen. Auf dem Hin. oder Heimweg mag ich regen auch gar nicht. Ich fahre zwar mit dem Bus, aber zum Bus zu laufen, kann auch oft eine ganz schön nasse Angelegenheit werde. Trotzdem bin ich besser dran, als meine Freunde ide mit dem Fahrrad zur Schule müssen. Letzte Woche als es so geregnet hatte kam eine Freundin mit so nassen Haaren in der Schule an, dass man gedacht hat sie war duschen. Naja, war sie ja im Prinzip auch, nur halt im Regen…und unfreiwillig 😀
      Bisher war ich aber noch nie im Regen joggen 😮 Könnte aber daran liegen, dass ich generell nicht so jogge 😀
      Ich sehe das genau wie du, es ist Situationsabhängig. Mal kann Regen wundervoll sein und manchmal einfach nur nervig und nass.
      Zu der Auto Sache kann ich nicht viel sagen, habe erst mit dem Führerschein angefangen und bin noch nicht gefahren…Gott, hab ich Angst den Verkehr lahm zu legen 😮 😀

      Liebe Grüße und danke für deinen schönen Kommentar 🙂

      1. Ach, das mit dem Autofahren wird schon 🙂 Ich drück dir schon mal die Daumen für die Prüfung, wann auch immer die ist 😀
        Regen auf dem Heimweg macht mir aber auch nicht so viel aus, da ist man ja eh bald zu Hause. Neulich ist es mir aber auch passiert, dass ich ein Buch im Rucksack hatte, das dann trotz Regenschirm nicht trocken blieb :/ War nicht mal meins… Naja, hab es dann gebügelt und dann gings wieder einigermaßen 🙂
        Einmal war ich so gefrustet, dass ich beim Joggen im Regen sogar absichtlich in Pfützen getreten bin 😀 Das war so befreiend. Empfehle ich jedem um mal Dampf abzulassen 😀
        Tinka

        1. Ich hoff’s 😀 Und vielen lieben Dank c: Werde bestimmt einen kleinen [Out of Topic] nach Bestandener Prüfung schreiben um euch meinen “Erfolg” mitzuteilen. Hast aber Recht, kann noch etwas dauern, bin erst am Anfang 🙂
          Das mit dem Rucksack kenne ich -> nasser Schulrucksack. Keine schöne Sache mit all den (ziemlich teuren und schweren -.-) nassen Büchern :/ Da tut einem selbst das Französischbuch leid 😀
          Hört sich wirklich befreiend an, muss ich unbedingt beim nächsten Schlechte-Laune-Tag bei dem es regnet/geregnet hat ausprobieren! 😀

          Gruß, Annika

  3. Ich mache eigentlich alles, was sich zu Hause abspielt und man als Freizeitaktivität bezeichnen kann, lieber, wenn es regnet. Ich sitze einfach gern in meiner Couch-Ecke, die ich auch gern meine Festung nenne, verschwinde in einem Buch und höre nebenbei dem Regen zu. Denn scheint draußen die Sonne, habe ich immer ein bisschen ein schlechtes Gewissen, dass ich das tolle Wetter nicht ausnutze, außerdem kann es bei mir vor der Tür dann ziemlich laut werden – mehr Ruhe habe ich also, wenn es draußen aus Eimern schüttet. Gewitter ist noch besser, es beruhigt mich einfach extrem, wenn ich während eines “Sturms” sicher, trocken und warm in meiner Bude bin.
    Es gibt nur eins, das Regen oder Gewitter beim Lesen noch toppt: Regen oder Gewitter beim Einschlafen. Ich liebe es, während der Einschlafphase dem Prasseln zuzuhören.

    1. Diese Sitzecke hört sich fantastisch an! Ich träume ja immer noch von einem eigenen Bücherzimmer, so einer kleinen Bibliothek für zu Hause c:
      An sich ist es bei uns ruhig, auch im Sommer. Daher liebe ich es auch im Sommer draußen zu liegen und ein buch zu genießen. 🙂
      Für mich ist das dann auch “das tolle Wetter ausnutzen” 😀
      Ich bekomm vom Gewitter immer gute Laune. Werde beim ersten Grollen sofort fröhlich 😀
      Oh ja stimmt, beim Einschlafen wirkt Regen echt wunder. Man kann einfach super einschlafen.
      Gruß!

  4. Also ich hab totale Angst wenns gewittert… o.0 ich hasse das Geräusch, es klingt so als ob der Himmel richtig zornig ist… und seit bei uns in der Nähe jemand vom Blitz getroffen wurde muss ich sofort in einen geschützten Raum flüchten wenns blitzt und donnert… 🙁

    1. Ui 😮 Klar, wenn jemand von einem Blitz getroffen wurde, wäre ich vermutlich auch erst mal ziemlich panisch. Und in einem geschlossenen Raum bin ich bei Gewitter schon lieber.
      Aber ich finde das Grollen und Blitzen eher faszinierend, als angsteinflößend. Ich beobachte auch gerne einfach mal das Gewitter von meinem Fenster aus 🙂
      Ich bewundere ja auch irgendwie die Leute, die sich trauen bei so Gewitter (oder sonstigem extremen Wetter) raus zu gehen und überall Fotos zu schießen. Ich hätte da schon mega Angst, so ganz ohne Schutz. Ist ja auch doch schon gefährlich, was die da teilweise so machen.

      1. Ich war mal auf ner wandertour wo es dann plötzlich anfing zu regnen und blitzen und donnern.. wir warn dann in ner almhütte und ein freund schoss ein foto von einem Blitz, perfekt getroffen. Klar ist dass dann natürlich ein Erlebnis und das foto war einfach klasse..

        1. Cool, kann mir vorstellen, dass das ein Ereignis war.
          Bisher habe uch es noch nie geschafft von einem Blitz direkt ein Foto zu machen. Ich habe nur mal ein video gedreht auf dem ein Blitz am Himmel zu sehen ist und da dann die einzelnen Bilder rausgeholt. So hab ich dann doch ein Bild von einem Blitz gehabt 😉

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