[Rezension]

[Rezension] Untervögelt?

Titel: Untervögelt?
Autor: Volker Schmidt
Verlag: fischer & gann
ET: 8. April 2019

© Fischer & Gann

Leseeindruck

Fangen wir mit einem großen negativen Punkt an, da dieser mir recht wichtig ist. Er betrifft die gewählte Sprache des Autors beziehungsweise die Ausdrucksweise an manchen Stellen. Beim Thema Sexualität bleibt es nicht aus über das Thema Diversität zu reden. Während der Autor im Werk selbst von der Bedeutung von Sprache spricht, begeht er an dieser Stelle meiner Meinung nach einen schweren Fehler. Volker Schmidt schreibt wortwörtlich „in einem Dorf voller […] Männer, Frauen und *?“. Ich selbst lerne ja noch den richtigen Umgang mit Diversität, aber das scheint mir dann doch der absolut falsche zu sein. Hieran anschließend muss ich leider auch den „Humor“ des Autors kritisieren. Eigentlich bin ich jemand, der gerne humorvolle Sachbücher liest und viel über fast alles lacht, aber in diesem Fall empfand selbst ich den Humor nicht mehr so wirklich gelungen. Volker Schmidt spricht seinen „speziellen Humor“ sogar selbst an (siehe Danksagung). Ist einfach Geschmackssache.

Nichtsdestotrotz fand ich das Werk insgesamt ganz okay. Zu Beginn wird dem Leser ein interessanter Exkurs ins Tierreich geboten, den ich tatsächlich als eine kleine Bereicherung für das Buch ansehe. Wichtig fand ich auch, dass das Themas Verhütung kurz angesprochen wird. Nicht gerade selten erlebt der Leser es, dass in Büchern viel von Sex die Rede ist, die Verhütung aber auf der Strecke bleibt. Zwar hätte hier gerne mehr als nur eine allgemeine Seite stehen können, aber immernoch besser als nichts.

Das in Relation setzen der Sexualität zur politischen Neigung fand ich interessant, genieße die Daten aber lieber mit Vorsicht. Die Quellenlage ist eher semi optimal. An manchen anderen Stellen wirken mir die eigenen Überlegungen des Autors ebenfalls zu wenig wissenschaftlich begründet.

Ebenfalls eher schwierig fand ich die teils unpassenden Überschriften der einzelnen Kapitel. Hin und wieder passten diese nicht zum folgenden Inhalt. Ein Beispiel: Das Kapitel „Das größere Bild“, welches mit den Worten „Da wir gerade von der Welt reden…“ eingeleitet wird, handelt keinesfalls von der Sexualität auf der ganzen Welt. Im Gegenteil. Sehr schade!

Alles in allem hat das Werk also einige schwerwiegende Schwächen, bietet aber auch einen gewissen Mehrwert. Für Zwischendurch ganz nett, aber der Leser sollte sich auf einen eigenwilligen Humor gefasst machen & über sprachliche Fehler hinwegsehen können (was nicht Sinn der Sache ist).

An dieser Stelle möchte ich mich beim Verlag sowie der Netgalley Plattform für das Bereitstellen des eBooks bedanken. Meine Meinung hat das wie immer in keinster Weise beeinflusst.

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