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[Rezension] Dry

Originaltitel: Dry
Autoren: Neal & Jarrod Shusterman
Publisher: Walker Books
ET: 2. Oktober 2018

© Fischer: Sauerländer

Dt. Titel: Dry
Übersetzer: Kristian Lutze, Pauline Kurbasik
Verlag: S. Fischer Verlag
ET: 22. Mai 2019

Kennt ihr das, wenn ihr bereits ein richtig gutes Buch (oder mehr) eines Autors gelesen habt und einige Zeit später ein neues Werk anfangt, es euch richtig gut gefällt und ihr erst mitten im Buch bemerkt, dass es von eben jenem tollen Autor geschrieben wurde? So erging es mir mit diesem Buch!
Denn von Neal Shusterman habe ich bereits die beiden bisher erschienen Bände der Scythe-Reihe verschlungen. Für dieses Werk hat sich Neal Shusterman seinen Sohn Jarrod Shusterman mit ins Boot geholt. Keine Ahnung, wie die beiden sich den Schreibprozess eingeteilt haben, aber es hat grandios funktioniert.

Besonders gereizt hat mich an Dry die aktuelle Thematik. Schließlich gehören solche Vorstellungen, wie das Austrocknen aller Seen und Flüsse nicht gerade zu den unwahrscheinlichsten. Fraglich ist zwar, ob meine Generation das ganze noch miterleben könnte, aber man weiß ja nie. Auf Grund ihrer realistischen Ausarbeitung sehe ich solche Romane ja gerne als ein Trainingsdurchlauf an. Welche Entscheidungen würden mich während einer solchen Katastrophe wohin führen? Natürlich kann letzten Endes alles anders kommen (im Bestfall bleibt die Katastrophe nämlich aus). Dennoch ist es beruhigend zu lesen, dass auch ein Tap-Out überlebt werden kann. Da wir aber gerade bei unvorhergesehenen Überraschungen sind, auch hier hat sich das Vater-Sohn-Gespann eine 1 mit Sternchen verdient.

Da ich besonders bei diesem Buch Lust darauf habe, mit anderen Lesern über bestimmte Punkte zu sprechen, hier der erste Spoiler. Bitte nicht ausklappen, wenn du keinen Spoiler zum Inhalt lesen möchtest.

SPOILER
Etwa bei der Hälfte des Buches stürmen die Nachbarn das Anwesen von Kelton und seinen Eltern. Doch nicht nur die Wasserzombies sind auf dem Vormarsch, sondern ja auch Keltons Bruder. Und peng, sitze ich stocksteif vor meinem eReader und bin einerseits vollkommen geschockt von dieser unerwarteten Wendung und gleichzeitig hellauf begeistert. Schließlich ist und bleibt das eine Welt in der etliche Katastrophen geschehen, im Grunde wird es durch solche Rückwürfe doch nur realisitischer, oder? Genauso mit der Schutzbunker pleite daraufhin, die ebenfalls mehr als grandios eingebaut wurde. Über eure Meinung zu dieser Wendung würde ich mich sehr freuen. (Bitte ebenfalls an eine deutliche Spoiler Markierung denken. Danke!)

Eine tolle Technik um weitere Perspektiven einfließen zu lassen, waren meiner Meinung nach die Snapshots. Diese zeigten gekonnt auf, was an unterschiedlichen Ecken in den Menschen vorgeht. Passend dazu werden mit der Zeit auch neue Figuren in das Hauptkonstrukt eingeflochten. Mir hat hier besonders die Eigendynamik der einzelnen Figuren sehr gut gefallen. Schnell hatte ich als Leser ein Bild zu jeder Figur im Kopf. 

Die Auflösung zum Ende hin empfand ich als schlüssig und passend gewählt. Hierzu aber gleich mehr im nächsten Spoiler-Alert.

SPOILER
Zum Einen möchte ich kurz darüber sprechen, ob Alyssas und Garrets Eltern im Gefängnis und Krankenhaus tatsächlich am besten überlebt hätten. Klar, Krankenhaus macht noch Sinn. Aber beim Gefängnis kam ich dann schon ins Grübeln. Ob in einer derartigen Krisensitaution wirklich die „schlechten“ Leute im Gefängnis einen klaren Vorteil haben würden?

Außerdem finde ich es schade, dass im Epilog zwar erläutert wird, wie die Menschen unterschiedlich mit der Katastrophe umgehen, jedoch fehlt mir ganz klar ein expliziter Satz, was aus der Nachbarschaft geworden ist. Sprich, wer hat überlebt und ganz wichtig: Wie verhalten sich diese nun einander gegenüber? Ich kann mir vorstellen, dass besonders Kelton und die anderen Jugendlichen nichts mehr mit den Leuten zu tun haben wollen. Hier hätte man eventuell eine kleine Szene einbauen können.

Ihr seht, ich bin wirklich hellauf begeistert von diesem Werk. Ich muss auch zugeben, dass ich die verschiedenen Figuren so interessant fand, dass ich am Ende des Buches mir wirklich gewünscht habe, mehr über sie lesen zu können. Da das Buch jedoch mit einem vernünftigen Ende ausgestattet ist und wenig Raum für weitere Handlungen offen lässt, werde ich mich wohl endgültig von den Charakteren verabschieden müssen.

An dieser Stelle möchte ich mich beim Verlag bedanken, dass ich das eBook vorab lesen durfte. Meine Meinung beeinflusst dies allerdings nicht.

2 Kommentare

    • Nika

      Hey Anja,
      fandest du diesen Schock gut/passend? Oder war er dir to much? 😀

      Für die Spoiler hab ich tatsächlich ein Plug-in. Es heißt „Shortcodes Ultimate“ & bietet noch einige mehr solcher Extras. 🙂

      LG Annika

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