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[Unterwegs] Ausflug zum Europäischen Gerichtshof

Diesen Montag war ich auf einem Tagesausflug zum EuGH in Luxemburg. Organisiert wurde dieser Tagesausflug durch die Jugendpresse RLP, welche die Kosten für die Fahrt übernahmen und den Zugang zum EuGH organisierten. Diese Recherchefahrt sollte es uns neugierigen Interessenten ermöglichen einen Tag lag hinter die Türen des EuGH zu schauen. Zusätzlich gab es auf der Hin- und Rückfahrt eine angenehm verpackte journalistische Know-How Vermittlung. Als mich Anna auf diesen Ausflug hinwies, war ich direkt Feuer und Flamme. Zum Glück habe ich Montags derzeit frei, sodass ich mich ohne größere organisatorische Absprachen bewerben konnte. Es war ein interessanter Tag, von dem ich euch folgend ein wenig mehr erzählen möchte.

Ein Ausflug ins Grüne

Im Grunde gehörte unsere gut 4h Fahrt mit zum Abenteuer. Zumindest empfanden Anna und ich diese Busfahrt als äußerst angenehm. Unser Busfahrer war ein unterhaltsamer Kerl und die Landschaft präsentierte sich uns von seiner besten (und grünsten) Seite. Unterwegs konnten wir so bereits die ein oder andere kleine Attraktion mitnehmen.

Leider bauten wir dann kurz vor unserem Ziel doch noch eine ordentliche Verspätung auf. Welche Nachteile das für uns noch haben würde, erzähle ich weiter unten.

Sicherheitskontrolle wie beim Flughafen

Beim EuGH angekommen, bauten wir erstmal weiterhin ordentlich Verspätung auf. Denn wir mussten durch eine Sicherheitskontrolle, ähnlich wie denen am Flughafen. Unsere Pässe wurden tatsächlich auch kontrolliert, bevor wir schließlich mit unseren Besucherausweisen eintreten durften. Bei einer Gruppe von unserer Größe dauerte das natürlich viel Zeit. An diesem Punkt stellte sich schließlich heraus, dass wir keine Führung durch das Gebäude erhalten würden. Das wiederum war einer meiner Hauptgründe für diesen Ausflug gewesen. Einen groben Überblick über die Instanz und das Gebäude erhalten. Zwar waren die anderen Programmpunkte auch sehr lehrreich, jedoch zog sich die mündliche Verhandlung der wir beiwohnten dann doch. Hier wäre ich gerne bei der Hälfte wieder raus und dafür noch durch die Gänge des EuGHs gestreift.

Nichtsdestotrotz, hier mehr zum tatsächlich durchgeführten Rahmenprogramm.

Rahmenprogramm

 Als erstes fanden wir uns in einem Saal mit einer coolen Tischformation ein. Wir setzten uns rund um die Tische verteilt, jeder ein eigenes Mikrofon vor sich. Doch letztlich trauten sich dann doch nur die wenigsten es zu benutzen. In diesem Saal wurde uns zu Beginn viel Allgemeines zum EuGH erklärt. Anschließend gab es ein Briefing zu der anstehenden mündlichen Verhandlung, welches im Nachhinein gesehen sehr sinnvoll war. Wir hatten Glück, es gab am Nachmittag eine Verhandlung auf Deutsch, da das Land Österreich betroffen war. Im Anschluss an das Briefing konnten wir noch den Deutschen Pressesprecher mit unseren Fragen löchern. Schließlich waren wir mit der Jugendpresse RLP vor Ort, sodass der Journalismus dieser Instanz von thematischer Bedeutung war. Zum Abschluss des Mittags ging es in die Kantine. Da hier alles auf Französisch war, gab es erstmal ein lustiges hin und her, da viele von uns im Alltag eher wenig in Berührung mit dem Französischen kommen. Wir haben es dann aber doch alle mit etwas leckerem auf dem Teller an die Tische geschafft. Hier traf ich übrigens auf vier Schüler, die aus meiner Heimat kommen. Eine von diesen Neuntklässlern wohnt sogar im selben Ort! Immer wieder faszinierend, wie man in die Ferne fahren kann, um Menschen aus der Heimat zu treffen.

Die mündliche Verhandlung

Nach der Stärkung stand auch schon unser letzter Tagespunkt an. Kurz vor der mündlichen Verhandlung durften wir Bilder von dem Saal machen. Dann hieß es: Handys aus! Uns wurde erklärt, dass die Signale der Handys den Funk der Dolmetscher stören könnte. Hier gab es also eine erneute Parallele zum Fliegen. 

Die Verhandlung ging insgesamt zwei Stunden und hatte seine Höhen und Tiefen. Für mich startete das Ganze erstmal mit einem gewaltigen Tief. Die Vorstellung mir nun mehrere 15-minütige Statements anzuhören, begeisterte mich eher wenig. So quälte ich mich beinahe durch die erste Viertelstunde, bevor ich mich an den diversen Kanälen der Übersetzer erfreute. An beiden Seiten des Saals reihten sich auf zwei Ebenen die Dolmetscher der verschiedenen Sprachen auf. Von uns aus konnte man jeden anwesenden Dolmetscher durch die Glasscheibe genau betrachten. Ich fand es sehr faszinierend, wie unterschiedlich die Dolmetscher und Dolmetscherinnen sprachen. Manche wirkten ganz ruhig, andere gestikulierten wild mit den Händen. Spannend war es dann natürlich, auch die passenden Stimmen zu den Gesichtern zu hören. Aber auch das war irgendwann vorbei und dann setzte wieder die Langeweile ein. Denn die Statements wiederholten sich leider reichlich. Ich bin ehrlich, nach der Hälfte hätte ich alle Seiten selbst vor Gericht vertreten können. Aber nun ja, irgendwann war es geschafft. Schnell nahm ich mir noch die Zeit weitere Bilder zu machen, bevor wir auch schon wieder zum Bus mussten. Hin und wieder empfand ich den Tag leider etwas gehetzt, da man von dem einen Programmpunkt zum  nächsten ging, hierbei aber nicht einmal alles schaffte. Wir hätten deutlich mehr Zeit vor Ort gebraucht. 

Alles im Allem hatten wir einen schönen Tag, an dem wir leider nicht alles sehen konnten, was wir gerne gewollt hätten. Dennoch ein großes Danke an die Organisatoren bei der Jugendpresse RLP für diese interessante Exkursion!

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